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Historische Andeutungen   versione testuale

Bis jetzt gehen die ersten sicheren und unwiderlegbaren dokumentarischen Zeugnisse auf die Mitte des XIV. Jahrhunderts zurück, als Geoffroy de Charny, tapferer Ritter mit tiefem Glauben, das Grabtuch in der 1353 in seinem Lehngut Lirey (bei Troyes in Frankreich) von ihm errichteten Kirche ablegte.
Im Lauf der ersten Hälfte des XV. Jahrhunderts entzog Marguerite de Charny, wegen des Verschärfens des Hundertjährigen Krieges, das Leichentuch Christi von der Kirche von Lirey (1418) und brachte es bei ihrem Umherirren in Europa mit. Endlich wurde sie beim Hof der Herzöge von Savoyen empfangen, mit denen sowohl ihr Vater als auch ihr zweite Mann, Umbert de La Roche, gebunden worden waren. Bei der Lage wurde das Leichentuch Christi 1453 auf die Savoyen, mit einer Reihe von Akten zwischen dem Herzog Ludovico und Marguerite, übertragen.
1471 fängt Amedeo IX. der Selige, Sohn von Ludovico, an, die Schlosskapelle von Chambéry, der Hauptstadt des Herzogtums, in der Voraussicht einer nächsten Unterbringung des Leichentuches Christi zu schmücken und zu erweitern.
Nach einer Anfangsaufstellung in der Kirche der Franziskaner wurde das Leichentuch Christi in der Sainte-Chapelle du Saint-Suaire endgültig gesetzt. In diesem Zusammenhang verlangten und erlangten die Savoyen 1506 die Erkennung vom Papst Giulio II. eines speziellen Festtages, wofür den 4. Mai gewählt wurde. Am 4. Dezember 1532 verwüstete ein Feuer die Sainte-Chapelle und verursachte erhebliche Beschädigungen des Leichentuches, die 1534 von den Klarissinnen der Stadt vernäht wurden.
Emanuele Filiberto überführte das Leichentuch 1578 endgültig nach Turin. Das Leichentuch kam am 14. September jenes Jahres zur Stadt unter Kanonensalven und in einer Festtagsatmosphäre.
Seitdem blieb das Leichentuch Christi endgültig in Turin, wo es in den nächsten Jahrhunderten mehrmals öffentlich und privat ausgestellt wurde. Natürlich wurde die Religiosität des Piemonts (und nicht nur) von der wichtigen Anwesenheit dieses Grabtuches viel beeinflusst. Davon legen zahlreiche in der Hauptstadt und in vielen Dörfern auffindbare Gemälde Zeugnis ab. Auch die großen und feierlichen Ausstellungen, die in den zwei Jahrhunderten des Barocks sehr häufig waren, unterstrichen ihre öffentliche Andachtshinsicht.